Wissenschaftliche Arbeit schreiben

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Masterarbeit schreiben – Abschlussarbeit des Masterstudium

Die Masterarbeit ist der Höhepunkt des Masterstudiums. Über mehrere Semester wird darauf hingearbeitet und sich vorbereitet. Alle Studienfächer und der Hauptteil der Endzensur münden in diesen einen Punkt: die Masterarbeit. Doch wie schreibt man diese und was sollte man beachten?

Eine Masterarbeit schreiben – Leitfaden

Da die Quellen oft in einer anderen Sprache sind und die Gedanken nicht umgangssprachlich formuliert werden können, sollten Sie ein paar Regeln beachten. Denn oft wird in den Studiengängen diese Arbeit als ein professionelles erstklassisches Gebilde dargestellt, was unbezwingbar scheint. Meistens werden Masterarbeiten vorgestellt, die hervorragend geschrieben sind. Das macht den Studierenden Angst. Damit aus dieser Angst keine Blockade wird, hier ein grober Überblick über die 5 wichtigsten Punkte der Erstellung so einer Arbeit.

Der erste Schritt: Eine sinnvolle Gliederung

Ist der Titel festgelegt und mit dem Betreuer abgestimmt, sollte die Arbeit vorerst gegliedert werden. Dazu dient auch ein sogenanntes Exposé – eine Kurzform der Masterarbeit in allen Teilbereichen. Diese umfasst das Thema, die Herangehensweise, die Ziele der Arbeit und schließlich die Methodik, um an diese Ziele zu gelangen. In diesem Exposé sind am Ende auch die zu benötigenden Quellen und Verfasser angegeben sowie eine grobe Gliederung der Arbeit.

Ist dieser Teil geschafft, steht das Grundgerüst der Arbeit und damit ist schon ein großer Schritt getan. Viele Dozenten und Betreuer lassen den Studierenden bis zu einem Viertel Jahr Zeit, um diese Zusammenfassung aufzustellen, da sie enorm wichtig ist. Die Gliederung ist ein entscheidender Teil der Arbeit. Diese sollte etwa 8 Hauptpunkte und dazugehörige Unterpunkte enthalten. Beginnend mit der Einleitung/ Ausgangssituation beinhaltet sie oft drei große Komplexe: Theorie/ Empirie und Beantwortung der Forschungsfrage.

In der Masterarbeit muss ständig geforscht werden – ob theoretisch in bereits vorhandenen Untersuchungen oder empirisch – die eigene Forschung in einer qualitativen oder quantitativen Form. Qualitative Forschung bedeutet Experteninterviews, quantitativ bedeutet Umfragen mit einer Vielzahl von Menschen. Letztendlich entscheidet der Verfasser selbst, wie er forschen sollte und was der Betreuer rät, den viele haben eine Vorliebe und die sollte man nutzen, um schließlich den Bewertenden gerecht zu werden. Der Betreuer ist sehr wichtig in der Erstellung einer Masterarbeit. Er gibt die Richtlinien vor und rät dir Wege der Erstellung sowie Änderungen. Nutzen Sie ihn, um Fragen zu stellen und eine Absicherung nach erstellten Teilbereichen zu bekommen.

Der zweite Schritt: Ein konkreter Zeitplan

Schaffen Sie sich einen realistischen Zeitplan. Die Wochenzahl der Erarbeitung ist festgelegt, sie umfasst meistens etwa ein Semester, also 5 bis 6 Monate. Für die Themenfindung und Fragestellung selbst sollte genügend Zeit eingeplant werden, denn das ist schließlich der Grundpfeiler der Arbeit. Um den theoretischen Teil zu schreiben, sollten Sie sich etwa zwei Monate Zeit geben. Je schneller dieser jedoch fertig wird, desto eher können Sie mit der aufwendigen Forschung beginnen. Für diese benötigen Sie oft mehr als drei Monate, da die Unterlagen aufgestellt werden müssen, die Forschung durchgezogen und schließlich ausgewertet werden muss.

Bei qualitativen Interviews sollte man sich einen Zeitraum für die Interviews festlegen und dabei beachten, dass die Interviewpartner nicht immer in diesem Zeitraum auch Zeit haben. Angefragt wird hier etwa einen Monat vorher, um sicher zu stellen, genügend Experten für die Gespräche zu finden. Zur Auswertung der Empirie sollten Sie sich ausreichend Zeit lassen, da diese zudem die Transkription der Umfragen oder Interviews beinhaltet, was selbst schon zwei ganze Wochen in Anspruch nehmen kann. Besser ist es daher, die Forschung selbst in einem Monat zu erledigen und für die Auswertung zwei Monate Zeit zu lassen. Auch die Interpretation, Diskussion und schließlich der Vergleich mit der Theorie ist sehr zeitaufwendig. Zudem sind regelmäßige Abstimmungen mit dem Betreuer auch hier ein Muss.

Für das Fazit und die Handlungsempfehlungen können Sie zwei Wochen einplanen, für den Druck schließlich mindestens drei Tage, da dabei viel schiefgehen kann. Stellen Sie den Zeitplan grafisch dar und hängen Sie sich diesen irgendwo hin, wo er stets zu sehen ist. So behalten Sie den Überblick! Wichtig: Wenn Sie sich an den Zeitplan halten, kann Ihnen nichts passieren, bleiben Sie gelassen, denn nur das macht eine gute Arbeit am Ende aus!

Der dritte Schritt: Wissen erarbeiten und in einem Zug niederschreiben

Hat man sich alle notwendige Literatur angeschafft und ist sie durchgegangen, sollte man in einem Zug die Arbeit komplett niederschreiben. Natürlich werden da viele Mängel sein und vieles wird vergessen werden, jedoch ist das der beste Weg, um den roten Faden zu behalten und nicht alles doppelt zu erfassen. An der Arbeit sollten Sie immer weiterschreiben, wenn Sie sich bestens konzentrieren können, das ist meistens am Morgen. Fällt einem zu einem Gedanken nichts mehr ein, sollte zum nächsten übergegangen werden und so weiter.

Vorerst sollte man jedoch den Theorie-Teil fertig schreiben bevor in die Empirie übergegangen wird. Denn dieser sollte auch mit dem Betreuer nochmals nachgelesen werden. Der Empirie-Teil ist schließlich der wichtigere Teil und muss sehr gründlich erarbeitet werden. Hier ist die Auswertung der Forschung der wichtigste Punkt. Wird diese falsch bearbeitet, kann sie enorme Fehler nach sich ziehen und schließlich zu einem falschen Fazit führen! Eine korrekte Auswertung ist also einer der wichtigsten Punkte der Arbeit!

Lassen Sie sich zudem nicht davon abschrecken, wenn Sie nicht zu der Schlussfolgerung kommen, die Ihre These darlegt. Genau das ist mit das Beste an so einer Arbeit. Auch wenn Ihre These nicht richtig ist und mit der Forschung widerlegt wird: Damit zeigen Sie, dass sie gründlich geforscht haben!

Der vierte Schritt: Wissenschaftliches Schreiben

Besonders wichtig ist es sich über den wissenschaftlichen Schreibstil Ihrer Arbeit zu informieren. Für jeden Studiengang gibt es Richtlinien. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Regelungen. Oft sind das Leitlinien für den Schreibstil, die Formulierung, formale Anforderungen wie die Benutzung von Anführungszeichen, Kursiv-Schreibung und Ähnliches.

Zudem sind das richtige Zitieren und die Quellenangaben sehr wichtig. Die Quellen der wissenschaftlichen Arbeit sollten immer ebenso wissenschaftlich sein wie Ihre ganze Arbeit. Quellen aus dem Internet wirken unseriös und sind unbrauchbar. Literatur in Deutsch und Englisch sind die besten Quellen, die man nutzen sollte. Vor allem wissenschaftliche Papers/Journals von namenhaften Verfassern sind hier ein Muss. Informieren Sie sich hier über digitale Zugänge auf Journals in der Bibliothek oder Zugriffe für Ihren Studiengang!

Bevor die Arbeit verfasst wird, sollte sich umfassend über diese Richtwerte informiert werden und ggf. nachgefragt werden! Diese eingeprägt schreibt sich der Text dann viel einfacher und muss nicht ständig überarbeitet werden. Auch die Zeitform ist sehr wichtig, haben Sie einmal in der falschen Zeitform angefangen, muss der komplette Text später überarbeitet werden. Auch die „Ich“- und „Wir“-Form wird oft untersagt. Die wichtigsten Aussagen stehen stets in den Hauptsätzen und nicht in den Nebensätzen. Ein klarer roter Faden, der die Arbeit durchzieht, ist genauso wichtig wie eine klare Gliederung einzuhalten und Dopplungen zu vermeiden. Am Ende sollte immer zu der Forschungsfrage zurückgeführt werden und ggf. Handlungsempfehlungen gegeben werden können.

Der fünfte Schritt: Absätze, Pausen und das Layout

Die Absätze sollten eine gute Länge haben, mindestens ein Viertel der Seite lang. Stellen Sie gleich die notwendigen Rahmenbedingungen der A4 Seite ein, dann wissen Sie, ob Sie gut in der Seitenzahl liegen. Eine Masterarbeit umfasst meistens insgesamt etwa 70 Seiten ohne Anhänge. Die Arbeit hat immer eine Einleitung und einen Schluss. Überarbeiten Sie alle Absätze mehrmals und nehmen Sie sich genügen Pausen dazwischen. Meistens sieht man am nächsten Tag manche Fehler mehr als wenn man immer und immer wieder müde darüber liest. Wenn Sie merken, dass Sie keine sinnvollen Absätze mehr verfassen und sich ständig wiederholen, ist Zeit für eine Pause!

Das Layout ist ein wichtiger Punkt jeder Masterarbeit. Alle Studiengänge haben Vorschriften, die Sie unbedingt einhalten sollten. Prüfen Sie am Ende alles noch einmal nach bevor Sie in den Druck gehen! Beim Drucken wird auch die Art der Bindung zum wichtigen Thema. Klebebindungen gibt es oft nur bis 150 Seiten. Umfasst die ganze Arbeit jedoch mehr als 200 Seiten (mit Anhängen), kann auch der Hauptteil (70 Seiten) und die Anhänge extra gedruckt werden. Auch Ringbindungen sind nur mit kleineren Seitenangaben möglich. Das richtige Layout umfasst immer ein Inhalts-, ein Abbildungs-, ein Quellen- sowie ein Anhänge-Verzeichnis (römische Ziffern als Seitenzahlen). Ob Sie alle oder nur die wichtigsten Anhänge mit binden, stimmen Sie am besten mit Ihrem Betreuer ab. Meistens ist eine Seitenanzahl von insgesamt mehr als 150 Seiten unerwünscht und da oft zu den gebundenen Ausgaben ebenfalls eine gebrannte CD abgegeben werden muss, können Sie diese Anhänge auch nur digital einreichen.

Weitere Tipps zur Masterarbeit

Zum Schluss lässt sich noch sagen, dass es sich als wichtig herausgestellt hat, alle im Text gesetzten Quellen noch einmal im Verzeichnis nachzuprüfen. Vergessene Quellen sind Fehler, die unbedingt vermieden werden sollten – genau wie formale Fehler. Bekommen Sie dort Punktabzug, ist das besonders ärgerlich! Für das inhaltlich nachvollziehbare und formale Nachprüfen können oft auch externe Lektorate zur Hand gezogen werden, von Menschen, die das beruflich machen. Doch diese sind meist nicht ganz billig. Viel Erfolg bei der Erstellung Ihrer Masterarbeit!

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