Wissenschaftliche Arbeit schreiben

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Aufbau und Gliederung von wissenschaftlichen Arbeiten

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Entscheidet man sich nach dem Abschluss seines erfolgreichen Abiturs, ein Studium zu absolvieren, so kommt man spätestens bei seiner Bachelorarbeit mit dem Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit in Berührung. Das wirft erst einmal jede Menge Fragen und Herausforderungen auf. Neben zahlreichen anderen wichtigen Aspekten nach Thema, Fragestellung und anderen inhaltlichen Aspekten, gilt es auch bestimmte formale Kriterien zu erfüllen. So hat eine wissenschaftliche Arbeit bestimmte Kriterien hinsichtlich ihres Aufbaus und ihrer Gliederung zu erfüllen.

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Aufbau und Gliederung

Die Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit ist die visuelle logische Strukturierung ihres Inhaltes. Hier werden bereits erste Rückschlüsse hinsichtlich der Qualität der Arbeit gegeben, denn die Gliederung beschreibt nicht nur den thematischen Grundgedanken, sondern auch dessen wissenschaftlich aufeinander aufbauende logische Entfaltung. Prägnante, aussagekräftige Bezeichnungen sind wichtig. Sie bringen den Fließtext des Abschnittes pointiert zum Ausdruck.

Damit es Studierenden etwas leichter fällt, sich mit den formalen Vorgaben einer Bachelorarbeit vertraut zu machen, existieren verschiedene Ratgeber. Grundsätzlich wird die Gliederung als Inhaltsverzeichnis der wissenschaftlichen Arbeit bezeichnet. Sie bietet einen thematischen Überblick. Wichtig ist dabei auch, dass man sich an einem einheitlichen System zur Darstellung orientiert. Man arbeitet entweder mit arabischen oder lateinischen Ziffern; vermischt sie aber niemals.

Gliederungsklassifikationen

Es bieten sich zwei unterschiedliche Formen der Gliederung an. Die numerische, bzw. dekadische Klassifikation sowie die alpha-numerische Klassifikation. Bei der numerischen Klassifikation gilt es die Hauptabschnitte zu nummerieren. Bei der alpha-numerischen Klassifikation hingegen werden Schrift und Zahl kombiniert, je nach Ebene und Unterebenen.

In beiden Fällen darf niemals nach Zahl noch Buchstabe ein Punkt folgen. Unterpunkte gilt es ebenfalls nur dann einzuschieben, wenn mindestens zwei von ihnen folgen. Abzuschließen ist ein jeder Gliederungspunkt mit der Seitenangabe.

Inhaltliches zur Gliederung

In der Gliederung, bzw. dem Inhaltsverzeichnis gibt es hinsichtlich Vorworten, Danksagungen, Anhängen sowie eidesstaatlichen Erklärung die Regelung, dass sie zwar aufzuführen sind, aber nicht mit in die Klassifizierung aufgenommen werden. Ebenfalls gilt, dass niemals mehr als vier Gliederungsebenen überschritten werden sollten. Sonst besteht die Gefahr, dass die Gliederung ihre Übersicht verliert, chaotisch und unübersichtlich wirkt. Auch hat ein jeder Gliederungspunkt mindestens eine halbe Seite bis eine Seite Inhalt aufzuweisen.

Zudem sollte die Länge niemals vier Textseiten überschreiten. Zuviel Fließtext am Stück wird in der Regel als weniger optimal bei der Erstellung der wissenschaftlichen Arbeit betrachtet. Je Hauptpunkt dürfen nicht mehr als acht Unterpunkte folgen. Da Bachelor Arbeiten in der Regel in ihrem Umfang begrenzt sind, ist selbst eine Ausdehnung auf acht Ebenen sehr gewagt. Die Gliederung spiegelt ebenfalls die Wertigkeit der einzelnen Punkte wieder. Inhaltlich wichtige Aspekte zur Fragestellung gilt es dementsprechend in der Gliederung entsprechend zu berücksichtigen. Aber auch dieser Aspekt hängt letztlich von einem gut strukturierten Aufbau der wissenschaftlichen Arbeit ab.

Hinsichtlich der Sprache gilt es auf übergreifende, knappe und aussagekräftige Wörter zu setzen. Es gilt sich an den allgemeinen Standards der Fachsprache zu orientieren, Füllwörter zu vermeiden und auch Satzzeichen unberücksichtigt zu lassen, sofern sie nicht ausschlaggebend für die Aussage des Gliederungspunktes sind. Es wird zur Verwendung möglichst vieler Substantive geraten. Bei den Unterpunkten ist darauf zu achten, dass sie sich inhaltlich nicht mit den oberen Ebenen überschneiden.

Das Allgemeine und das Besondere

Eine jede wissenschaftliche Arbeit besteht aus drei zentralen Aspekten: Einleitung, Argumentation, Fazit. Doch die Feinarbeit und Gliederung macht den Unterschied und entscheidet oft über das qualitative Ergebnis einer Arbeit. Eine Bachelorarbeit beginnt mit einer Fragestellung zu einem Thema. Während man sich mit diesem auseinandersetzt werden einem mehr und mehr Facetten deutlich, die es aber, der Fragestellung nach, wieder einzugrenzen gilt. Diesen Prozess von Informationssichtung wie Gewichtung spiegelt sich zum Ende des Erstellungsprozesses der wissenschaftlichen Arbeit unweigerlich in der Gliederung wieder.

Die Gliederung ist es auch, die während des Schreiben der wissenschaftlichen Arbeit am häufigsten umgestellt und revidiert wird. Doch das sind positive Zeichen des Fortschrittes. Denn die Gliederung ist Struktur, an der wir uns orientieren. Je mehr man sich mit der Fragestellung seiner wissenschaftlichen Arbeit auseinandersetzt, desto wichtiger wird das systematische Sortieren, Bewerten und Einordnen von Informationen, Daten und Sachverhalten.

Einleitung, Argumentation und Fazit als grobe Gliederungsebenen sind somit zum Beginn einer jeden wissenschaftlichen Arbeit noch inhaltsleere Orientierungswörter, die es, entlang der Fragestellung der Arbeit, inhaltlich zu besetzen und zu füllen gilt. Neutrale Begriffe, die als Platzhalter dienen, um Strukturierungshilfe zu bieten, gilt es für eine qualitativ anspruchsvolle Arbeit entsprechend der Thematik zu ersetzen.

Das Fundament

Das wissenschaftliche Arbeiten zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass eine wissenschaftliche Fragestellung im Kontext ihrer Wissenschaft diskutiert wird. Was das bedeutet? Eine jede wissenschaftliche Arbeit folgt einem prinzipiellen Aufbau, der sich damit befasst die eigene Arbeit in den Kontext der aktuellen Forschung zu stellen. So gilt es (1) die aktuelle Forschungssituation darzustellen sowie aktuell diskutierte und akzeptiere Theorie- und Denkansätze erklärt werden, (2) den Anwendungsstand innerhalb der Praxis zu verdeutlichen sowie (3) die Relevanz der eigenen Fragestellung in den Kontext der allgemeinen Forschung zu stellen, auf Grundlage von 1 und 2.

Auf dieser Einordnung gründet sich das Fundament für den zweiten Teil der wissenschaftlichen Arbeit: der Argumentation, bzw. der Hauptteil. Während es somit im ersten Teil der wissenschaftlichen Arbeit darum geht Inhalt und Wissen aufzubereiten, bedeutet es im zweiten Teil dieses anzuwenden, zu entfalten und weiterzuentwickeln.

Gliederungsmöglichkeiten nach Art der Fragestellung

Der Aufbau, die Herangehensweise und der jeweilig gewählte fachspezifische Fokus bieten ebenfalls Orientierung für den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. So bietet es sich bei der Erarbeitung einer historischen Fragestellung einen chronologischen Aufbau zu verfolgen, während bei Hypothesenbildungen eine deduktive Abfolge von Vorteil ist. Zur Untersuchung von Wirkung und Ursache wird hingegen auf eine kausale Gliederung verwiesen. Es ist also wichtig aus welcher Perspektive und mit welcher expliziten Fragestellung man sein Thema untersuchen möchte. Denn das wirkt sich ebenfalls auf die Gliederungseben der wissenschaftlichen Arbeit aus.

Was es zu vermeiden gilt

Überschriften sollen aussagekräftig und neutral sein. Reißerische Wörter und subjektivgefärbte Andeutungen stehen entgegen wissenschaftlicher Neutralität und Qualität. Auch zu viele Gliederungsebenen lassen den Eindruck entstehen, nicht genau zu wissen, was man da eigentlich macht. Wer zu viel gliedert, verliert den Zusammenhang. Auch das Arbeiten auf zu vielen Ebenen zerstört Klarheit und Struktur. Der Überblick und rote Faden geht verloren. Zudem haben die einzelnen Punkte inhaltlich das Thema und die Fragestellung aufzugreifen.

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