Studienberechtigungsprüfung (SBP) in Österreich – Studieren ohne Matura

Studienberechtigungsprüfung: Alle Informationen und Tipps zum Studieren ohne Matura in Österreich finden Sie hier!

Zum Studium ohne Matura? Die Studienberechtigungsprüfung (SBP) in Österreich macht es möglich:

Studium ohne Matura

Dank der Studienberechtigungsprüfung können auch Menschen ohne Matura ein Studium oder eine höhere Ausbildung in Österreich absolvieren. Die Studienberechtigungsprüfung, kurz SBP ist zwar im Gegensatz zur Berufsreifeprüfung nicht gleichwertig mit einer Matura, die nach einer 4- oder 5-jährigen Schulausbildung absolviert wird, sie berechtigt aber dennoch zur Zulassung an Studien in Fachhochschulen oder Universitäten.

Das Besondere an der Studienberechtigungsprüfung ist vor allem, dass diese ganz gezielt für einen bestimmten Studiengang absolviert werden muss bzw. kann. Möchte man eine Studienberechtigungsprüfung in Österreich absolvieren, um an einer Universität oder einer Fachhochschule studieren zu können, ist es daher wichtig vorher bereits genau zu wissen, welchen Studiengang man besuchen möchte. Entscheidet sich der Absolvent einer Studienberechtigungsprüfung nach einer Zeit für einen Studienwechsel, ist das nicht so einfach möglich, da in den meisten Fällen erneut eine auf das neue Studium abgestimmte Studienberechtigungsprüfung gemacht werden muss.

Sofort mit dem Studieren beginnen

Ein großer Vorteil bei der Studienberechtigungsprüfung kann jedoch darin gesehen werden, dass man sich bereits während der Vorbereitungszeit auf die Prüfung als ordentlicher Student an der Universität oder der FH einschreiben kann. Man verliert also keine Zeit und darf sofort mit den benötigten Kursen beginnen.

Ab wann können Prüfungen abgelegt werden?

Prüfungen können allerdings erst dann gemacht werden, wenn die Studienberechtigungsprüfung positiv bestanden wurde. Dies ist jedoch meist kein Problem, da im Normallfall mehrere Prüfungstermine bei universitären Ausbildungen vorgesehen sind und man die Prüfung daher auch ganz einfach später nachholen kann.

Der erfolgreiche Abschluss der SBP berechtigt zudem nicht nur zum Studium an Universitäten und Fachhochschulen, auch Kollegs, pädagogische Hochschulen, PharmareferentInnenprüfungen, sowie ein psychotherapeutisches Propädeutikum und die Hebammenakademie können nach dem Abschluss der Studienberechtigungsprüfung besucht bzw. abgelegt werden.

Die Voraussetzungen für die Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung

Um die Studienberechtigungsprüfung positiv zu absolvieren, ist der Besuch mehrerer Kurse in den jeweiligen Fächern empfehlenswert. Im Durchschnitt benötigen zukünftige Studenten für die Absolvierung der SBP zwei bis drei Semester, also ein bis eineinhalb Jahre. Je nachdem wie viele Fächer pro Semester absolviert werden, kann die Studienberechtigungsprüfung allerdings auch in einem größeren Zeitraum gemacht werden.

Damit die Studienberechtigungsprüfung in Österreich erfolgreich abgeschlossen werden kann, sind mehrere Schritte notwendig. Zunächst ist es wichtig, dass ein Eintrag auf Zulassung für die jeweilige Bildungsstätte gestellt wird. Je nach gewünschter höherer Ausbildung unterscheiden sich die Zulassungskriterien.

Möchte der Absolvent der SBP an einer Universität studieren, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Der Antragsteller

  • muss mindestens 20 Jahre alt sein
  • sollte über eine studienbezogene berufliche oder außerberuflich Vorbildung verfügen
  • muss die österreichische oder die EWR-Staatsbürgerschaft besitzen

Um ein Kolleg oder eine pädagogische Hochschule nach Absolvierung einer Studienberechtigungsprüfung zu besuchen, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

der Antragsteller

  • muss mindestens 22 Jahre alt sein
  • sollte mindestens 20 Jahre alt sein, wenn er vier Jahre Berufserfahrung vorzuweisen hat

Die Prüfungsbestimmungen bei der SBP

Je nachdem, was für ein Studium nach erfolgreichem Bestehen der Studienberechtigungsprüfung gemacht werden möchte, wird per Verordnung entschieden, welche Fächer dazu notwendig sind. Dennoch gibt es ein allgemeingültiges Grundgerüst der Studienberechtigungsprüfung, das bei allen Universitäten und Fachhochschulen gleich aussieht. So setzt sich jede Prüfung aus vier verschiedenen Teilen zusammen:

  • Es muss ein Aufsatz zu einem allgemeinen aktuellen Thema verfasst werden
  • Zwei oder drei Wahlfächer, die sich je nach der gewünschten weiteren Ausbildung unterscheiden werden gewählt
  • des Weiteren müssen ein bis zwei Pflichtfächer ausgesucht werden, die thematisch auf das zukünftige Wunschstudium abgestimmt sind

Eine andere Voraussetzung, um die Studienberechtigungsprüfung erfolgreich zu absolvieren ist, dass zumindest eine der Prüfungen an der Universität abgelegt werden muss, bei der sich der Kandidat beworben hat und zukünftig studieren möchte. Bei allen anderen Prüfungen kann der zukünftige Student hingegen frei entscheiden, wo er diese ablegen möchte. So ist das auch an den Instituten möglich, wo die Vorbereitungskurse für die Prüfungen besucht wurden.

Nach Absolvierung der Kurse ist man im Normalfall bestens auf die Prüfung vorbereitet. Wird diese aber dennoch nicht bestanden, kann sie bis zu zweimal wiederholt werden.

Ein weiterer großer Vorteil der Studienberechtigungsprüfung kann darin gesehen werden, dass bereits absolvierte Kurse, erfolgreich abgeschlossene Klassen und andere Ausbildungen angerechnet werden können. Auch hierfür muss ein Ansuchen an die Wunschuniversität gestellt werden, da diese individuell entscheiden, welche bisherigen Ausbildungswege angerechnet werden können und welche nicht.

Die Vorbereitungskurse für die Studienberechtigungsprüfung

Um bestmöglich auf die Ablegung der Studienberechtigungsprüfung vorbereitet zu werden, bieten viele Institute und auch einige Universitäten spezielle Vorbereitungskurse an. Möchte jemand die Studienberechtigungsprüfung absolvieren und anschließend an einer bestimmten Universität studieren, ist es empfehlenswert sich direkt vor Ort zu informieren, ob die Wunschuniversität vielleicht einen solchen Studienbefähigungslehrgang, genannt SBL anbietet. Dieser dauert im Normalfall 2 Semester und bietet die optimale Vorbereitung auf das anschließende Studium.

Die Kurse können in den meisten Fällen auch nebenberuflich gemacht werden und finden meistens in Kleingruppen statt. Neben einschlägigen Bildungseinrichtungenwie zum Beispiel der Volkshochschule (VHS) können die SBP Vorbereitungskurse auch bei dem sogenannten Berufsförderungsinstitut (bfi) belegt werden. Um eine möglichst flexible Zeiteinteilung zu erreichen, ist es bereits seit einiger Zeit ebenfalls möglich, die Vorbereitungskurse für die Studienberechtigungsprüfung ebenfalls per Fernstudium zu absolvieren. Besonders interessant an dieser Variante ist, dass der Student jederzeit und egal an welchem Ort seine Unterlagen online bearbeiten und lernen kann. Somit ist eine größtmögliche Flexibilität gegeben.

Keine Pflichtkurse notwendig

Wichtig ist jedoch zu wissen, dass diese Vorbereitungskurse für die Studienberechtigungsprüfung keinesfalls verpflichtend sind und auch einfach übersprungen werden können. In diesem Fall muss der Lehrstoff allerdings im Selbststudium durchgenommen werden, wodurch die Vorbereitungszeit natürlich stark verkürzt werden kann. Diese Variante ist daher vor allem für Menschen geeignet, die auf dem schnellsten Wege zu ihrer Studienberechtigungsprüfung gelangen möchten.

Hat man sich für diese Variante entschieden, müssen alle Prüfungen, die zur Erlangung der SBP notwendig sind, direkt an der zukünftigen Universität abgelegt werden. Ist das nicht der Fall und man möchte zumindest eine Prüfung an einer anderen Bildungseinrichtung ablegen, sind die Vorbereitungskurse verpflichtend und können nicht übersprungen werden.

Kosten einer Studienberechtigungsprüfung

Für die Absolvierung der Studienberechtigungsprüfung muss eine Prüfungsgebühr gezahlt werden, die je nach Hochschule und Bildungsinstitut unterschiedlich ausfallen kann. Zusätzlich fallen natürlich noch Kosten für die Vorbereitungskurse an, die ebenfalls je nach Institut und Intensität sowie Länge des Kurses variieren können. Im Durchschnitt müssen für alle Kurse sowie die Abschlussprüfung ca. € 1000 investiert werden.

Es ist jedoch möglich, Förderungen zu erhalten, da es sich bei der Studienberechtigungsprüfung um eine anerkannte Weiterbildung handelt. So kann zum Beispiel Studienbeihilfe beantragt werden oder auch ein Selbsterhaltungsstipendium für Menschen in Frage kommen, die bereits länger gearbeitet haben. Bei diesen Förderungsmaßnahmen ist es allerdings notwendig, dass mindestens 3 der 5 Prüfungen bestanden werden. Ansonsten kann es zu einer Rückzahlungsforderung der in erhaltenen Stipendien kommen.

Fazit

Bei der Studienberechtigungsprüfung handelt es sich für die meisten Menschen um eine sinnvolle Investition in die Zukunft, dank der eine höhere Ausbildung absolviert werden kann und das ohne Matura. Auch wenn für diese Gebühren anfallen und man bereits wissen sollte, was man studieren möchte, um die richtigen Fächer für die Prüfung auswählen zu können, ist die SBP die ideale Lösung für Menschen, die ohne Matura ein Studium absolvieren wollen.