Digitale Datenerfassung für ein GIS-gestütztes Almbewertungsmodell im Nationalpark Gesäuse
Nummer: DA-Z2
Autor: Klaus Hüttenbrenner
Kurzfassung
Der Einsatz von Geographischen Informationssystemen (GIS) betrifft mittlerweile beinahe alle Bereiche der Informationsgesellschaft. Der Bogen der Märkte und Branchen, in denen GIS einen fixen Stellenwert erreicht hat, reicht von der kommunalen Verwaltung über Telekommunikation bis hin zur Transportlogistik. Eine Sparte, in der die GIS-Technologie zunehmend Fuß fassen kann, ist die mobile Felddatenerfassung mittels geeigneter Geräte. Dazu eignen sich neben Notebooks oder Tablet PCs vor allem Personal Digital Assistants (PDA). Diese mobilen Erfassungsgeräte in Verbindung mit moderner Positionierungsmethoden, wie z. B. dem Global Positioning System (GPS), erschließen eine Fülle neuer Anwendungsgebiete für räumliche Informationssysteme.
In der Vergangenheit wurden Daten analog erfasst, später in mühevoller
Kleinstarbeit digitalisiert, und erst dann in den Datenbestand eines GIS integriert. Durch die mobile Datenerfassung ist es nun möglich einen durchgehenden digitalen Datenfluss von der Datenerfassung bis hin zur Verwendung im GIS zu realisieren. Dies bedeutet neben sichtlicher Effizienzsteigerung in der gesamten Datenerfassung vor allem eine enorme Steigerung der Datenintegrität.
Ein großes Fachgebiet, in dem die Felddatenerfassung seit geraumer Zeit eine
wichtige Rolle spielt, ist der Umwelt- und Naturschutz. In diesem, wie auch in vielen anderen Bereichen, werden mittlerweile die Möglichkeiten von
Informationssystemen jeglicher Art erkannt, und somit wird auch die digitale
Datenerfassung zu einem zentralen Thema.
Zielsetzung
Um einen möglichst durchgehenden digitalen Datenfluss für das bereits im
Nationalpark Gesäuse eingeführte GIS-gestützte Almbewertungsmodell zu
realisieren, schien es dem zuständigen Leiter der Fachabteilung Naturschutz und Naturraum Mag. Msc. Daniel Kreiner zweckmäßig, das bisher übliche Procedere der analogen Datenerfassung mit Bleistift und Papier durch den Einsatz moderner adäquater Technologie zu ersetzen. Im Rahmen einer Diplomarbeit sollte für die Nationalpark Gesäuse GmbH ein mobiles datenbankbasiertes Erfassungssystem realisiert werden. Die dadurch gewonnenen Daten müssen mit einer Access Datenbank am PC abgeglichen werden können.
Als mobiles Erfassungsgerät sollte ein handelsüblicher PDA dienen.
Hauptaugenmerk wurde vom Auftraggeber auf die Verwendung möglichst moderner und zukunftsorientierter Technologien gelegt. Weiters musste auf die im Unternehmen bereits eingeführte und entsprechend umfangreiche Microsoft Access Datenbank aufgebaut werden. An dieser durften keine strukturellen Änderungen vorgenommen werden, da die gesamten Anwendungen des Unternehmens auf diese zentrale Datenbank zugreifen. Als zentraler Punkt bei der Entwicklung wurde die möglichst gute Anpassung der Applikation an die bisherigen Erfassungsprozesse gesehen, um einerseits die Akzeptanz beim Benutzer zu fördern, und andererseits ein möglichst intuitiv benutzbares Produkt zu erhalten. Die Benutzeroberfläche sollte sehr klar strukturiert sein. Eine thematische Gruppierung der Erfassungsparameter wie in den analogen Erfassungsblättern wurde gefordert. Weiters sollte eine zwingend vorgeschriebene sequentielle Erfassung der Einzelparameter vermieden
werden, um so dem Benutzer ein größtmögliches Maß an Flexibilität einzuräumen.
Als Erleichterung für den Benutzer wurde eine Möglichkeit der
Positionsbestimmung gefordert. Um sich vor Ort orientieren zu können sollte die aktuelle Position auf im Unternehmen zur Verfügung stehenden Orthophotos dargestellt werden können.