SARONTAR kombiniert drei Fachbereiche in einer Systemlösung
SARONTAR versucht durch eine Synthese von Positionierung und Navigation, Kommunikation und Geoinformation die hohen Anforderungen an ein Search and Rescue System zu erfüllen.
Positionierung und Navigation
Grundsätzlich beziehen die im Einsatz befindlichen Mannschaften ihre aktuelle Position von globalen Satellitennavigationssystemen. Eingesetzt werden GPS (Global Positioning System) und EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay System). EGNOS verbessert als Augmentierungssystem die GPS Positionsgenauigkeit und liefert zusätzlich eine Integritätsinformation. So kann man entscheiden, ob man auf die über GPS ermittelte Position vertrauen kann. Ist das EGNOS Signal nicht über direkte Satellitenverbindung zu empfangen, kann das Augmentierungssignal dem Empfänger auf terrestrischem Wege wie Mobilfunk zugeführt werden. Zusätzlich sollen den Feldgeräten ebenfalls auf terrestrischem Wege die DGPS (Differential GPS)-Korrekturwerte (RTCM-Daten) zugespielt werden.
Für den Fall, dass eine rein satellitengestütze Positionierung nicht funktioniert, soll die Möglichkeit geschaffen werden, geeignete Sensoren der Koppelnavigation (Dead Reckoning) einzubinden. Bei Ausfall des GPS-Signals (Abschattung durch Vegetation oder Topographie) übernehmen Komponenten der Fußgängernavigation (Magnetometer, Barometer, Beschleunigungssensoren zur Schrittdetektion) die über spezielle Software integriert werden die Überbrückung, um jederzeit die bestmögliche Position der bewegten Mannschaft zu erhalten.
Die mobile Einsatzleitstelle muss nicht nur die Position der eingesetzten Trupps, sondern auch ihre eigene Position sehr genau kennen. Die eigene Position wird über einen (D)GPS Empfänger ermittelt der über eine Bluetooth-Schnittstelle an den Laptop der Leitstelle angebunden ist. Diese Position steht im Bedarfsfalle über den Zentralserver allen Feldtrupps zur Verfügung.
Kommunikation
Die über das terrestrische Netz GSM/GPRS (Global Standard for Mobile communication / General Packet Radio Service) oder Satellitenkommunikation (Thuraya, INMARSAT, Globalstar) versendeten Daten aller Beteiligten werden vom Server des Mobilfunkbetreibers abgerufen und laufen auf dem Zentralrechner der regionalen Zentrale zusammen. Dort werden sämtliche Daten gespeichert, um einerseits benötigte Daten weiter zu senden und andererseits, um in späterer Folge die Log-Files für Analysen und Protokollzwecke archiviert zu haben. Auch die mobile Einsatzleitung ist kabellos über GSM/GPRS mit der regionalen Zentrale verbunden, so dass die Kommunikationskanäle eine typische Stern-Topologie bilden.
Geoinformation
Im Bereich der Geoinformation werden die bereitstehenden Positions- und Statusdaten mit allgemeiner Geoinformation (Karten, Luftbilder, Geländemodelle) verknüpft, um der Einsatzleitung eine rasche und sichere Analyse der Einsatzsituation zu erlauben. Das Auge ist das leistungsfähigste Sinnesorgan mit der größten aufnehmbaren Datenmenge pro Zeiteinheit – der Visualisierung kommt daher eine entsprechende Bedeutung zu. Alle relevanten Daten werden – dargestellt durch aussagekräftige Symbole und hinterlegt mit passendem Kartenmaterial – visuell aufbereitet. Dreidimensionale Geländereliefs und rein synthetische Virtual Reality Darstellungen sollen das Einsatzgebiet so realistisch wie möglich abbilden. Die graphische Umgebung umfasst darüber hinaus auch die Einbindung von Planungsaufgaben und Routenberechnungen, sowie die Darstellung von Attributdaten der mobilen Einheiten, Maßaufgaben und das automatische Protokollieren des Einsatzes. Die mobilen Suchtrupps verwenden einen PDA mit GIS-Software (z.B. ArcPad) um ihre eigene Position darzustellen und um Kommandos bzw. spezielle Punkte, sog. „Hotspots“, zur sicheren Abwicklung des Einsatzes in die Anzeige aufzunehmen.