Aufbau eines erdbeobachtungsbasierten regionalen Krisendatenzentrums
Die Zunahme von Krisensituationen, welche durch Naturkatastrophen und deren Folgen hervorgerufen werden, bedingt einen großen Bedarf an zeitnaher spezifischer Geoinformation, um diese Ausnahmezustände koordiniert bewältigen zu können. Im Rahmen des gegenständlichen Projektes soll ein regionales erdbeobachtungsbasiertes Krisendatenzentrum konzipiert und umgesetzt werden, welches diese Bedarfssituation abdeckt.
Das Krisendatenzentrum setzt sich aus mehreren Komponenten räumlicher Informationen zusammen, die mobil im Krisengebiet zusammengeführt, ausgewertet und in Wert gesetzt werden. Sie umfassen einerseits Erdbeobachtungsdaten, die im Krisenfall zeitnah verfügbar gemacht werden, andererseits Mobile Mapping Daten, die im Gelände zur Erfassung von Reichweiten von Ereignissen (z.B. Hochwasseranschlagslinie) und Schadensdokumentation dienen und mit vor Ort vorliegenden GIS-Informationen über Infrastruktur, Verkehrswegenetz etc. zusammengeführt werden.
Für die Erdbebachtungsdaten wie auch für die Mobile Mapping Daten wird eine Analyse über die Einsatzmöglichkeiten und schnellstmögliche Verfügbarkeit in Abhängigkeit von Katastrophenereignis (Hochwasser, Massenbewegungen) durchgeführt. Die technische Umsetzung erfolgt in Form eines funktionellen Krisendatenzentrum-Demonstrators, welcher aus einer Hardware mit mehreren Rechnern umfassenden Arbeitsstation und mobilen Endgeräten (PDAs) besteht. Die mobilen Endgeräte ermitteln dabei ihre Position und Zeit mit Satellitennavigation in Verbindung mit autonomen Sensoren. Die benötigte
Software-Ausstattung zur Bild- und Datenverarbeitung komplettiert das System.
Eingespeist und zur Auswertung kommen dort Daten des Hochwassers im August 2005 in Westösterreich, um die Funktionsweise des Krisendatenzentrums an einem konkreten Beispielfall zu demonstrieren.
Sämtliche Informationsprodukte, die aus dem Krisendatenzentrum abgeleitet werden, werden in Zusammenarbeit mit den Nutzern validiert und hinsichtlich ihres Mehrwertes evaluiert. Eine Anbindung an internationale Zentren zur Kriseninformation (z.B. des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt) wird durch Definition von kompatiblen Schnittstellen gesichert und soll auch eine Nutzung von aufgenommenen Erdbeobachtungsdaten im Rahmen der
International Charter “Space and Major Disaster“ ermöglichen.